Da sitzt jedes Wort.
Kein schlechter Claim. Für ein Möbel-Magazin.
Frühjahrsputz kann zum Restetrinken verleiten. Man muss keine Flasche abstauben, die mit winzigem Rest darin seit Jahren einstaubt. Man könnte sie auch mal austrinken. Erster Versuch mit ernüchterndem Start. Der Korkverschluß bricht sofort, die Hälfte steckt noch drin. Souveränes Heraushebeln mit einer Schere, dann ab mit dem Rest ins schlanke Whisky-Glas. Der fünfundzwanzigjährige Glenfarclas-Rest, dem vielleicht schon zehn Jahre "Nachalterung" zuteil geworden sind, ergibt knapp über dem Strich 2cl. Und einige Kork-Brösel.
Dafür nun stand die Flasche so lange in Schrank, Regal oder Kammer. Natürlich ist es eine schöne Flasche in schöner Papphülle, wenn der Inhalt so teuer ist, sodass sie noch viel mehr Funktionen erfüllt hat, als diesen kümmerlichen Rest in sich zu halten. Der womöglich nicht mal mehr schmeckt. Manch fremder Kennerblick wird über die Zeit mal auf der Flasche geruht haben, um deren Güte erkannt und wertgeschätzt zu haben. Sie war also ein Status-Symbol - hier wird Whisky genossen und fern von Fusel. Aber damit ist Schluss, schnell den gröbsten Kork rauswischen, bisschen Wasser dazu und probieren.
Er hat sehr gelitten, aber er ist noch da.